Abgehoben - Brückenhub in Augsburg.
Zwei Tage lang war die Lechbrücke in Augsburg nicht nur für Technikbegeisterte der Anziehungspunkt Nummer eins. Auch die Hausfrau von nebenan war begeistert als zwei Krangiganten Ende Juli die betagte Bogenbrücke mit einem Gewicht von rund 600 Tonnen über die Lech ans sichere Ufer schwenkten. Ein Einsatz wie geschaffen für den Krangiganten LR 1750 aus dem Hause Felbermayr.
Brücken schaffen Verbindungen, und damit das auch in der Stadt Augsburg so bleibt, wurde ein neues Verkehrskonzept erarbeitet. Im Zuge dessen musste auch die in die Jahre gekommene Lechbrücke einer neuen Konstruktion weichen. Gemeinsam mit einem Zwillingsbruder aus dem Hause Riga wurde die Bogenbrücke auf das sichere Ufer gehoben.
Genaugenommen besteht die Autobahnbrücke aus 2 eigenständigen Konstruktionen mit je 2 Fahrspuren. Da die Brückenteile einzeln gehoben wurden, dauerte der Hub 2 Tage. Dem Projekt waren umfangreiche statische Berechnungen vorangegangen. Demzufolge hatte ein LR 1750 ein Brückengewicht von 250 Tonnen zu heben. "Dazukommen noch 20 Tonnen für Kranhaken und Gehänge", sagt Peter Stöttinger von der Felbermayr Projektabteilung welcher gemeinsam mit Einsatzleiter Klaus Ruhland das Projekt leitete.
Für den Hub wurde am links- und rechtsseitigen Ufer der Lech je ein LR 1750 aufgestellt. "Jede Brückenhälfte wurde dann an 4 Punkten angeschlagen und auf Zug gebracht, währenddessen wurde die Brücke in der Mitte mittels Schweißbrennern halbiert", erklärt Stöttinger die simpel erscheinende Vorgehensweise. Nach dem die Brückenhälfte mit 2 Fahrspuren getrennt war, wurde die Brückenkonstruktion geschwenkt und am jeweiligen Ufer abgesetzt. Mit den weiteren 2 Fahrspuren wurde genauso vorgegangen.
Pro Hub wurden je Kran 270 Tonnen Hubkraft benötigt. "Aufgrund einer Ausladung von 32 Meter benötigten wir insgesamt 545 Tonnen Ballast, davon entfielen 375 Tonnen als Schwebeballast auf den Ballastwagen und weitere 170 Tonnen wurden als Oberwagenballast eingesetzt", sagt Stöttinger. Für Insider sei noch zu erwähnen, dass der LR 1750 als "SL49" aufgerüstet war, was soviel bedeutet wie, dass der Hauptausleger 49 Meter lang war. Den nötigen Zug nach hinten auf den Ballastwagen hatte ein 31,5 Meter langer Derrickausleger bewerkstelligt.
Beitrag vom 28. Juli 2006
MARKUS LACKNER
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