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Gewaltig - Industriebau für 700 Mitarbeiter

14.07.2017 | Bis Ende September wird der Felbermayr-Bereich Hochbau in Marchtrenk (OÖ) sein bislang größtes Hochbauprojekt abgeschlossen haben. Dabei gilt es, die Baumeisterarbeiten für ein Bürogebäude, Fertigungshallen und einen Showroom zu errichten. Auftraggeber für das Mammutprojekt mit rund 4 Hektar Fläche ist die TGW Logistics Group, ein weltweit tätiger Systemdienstleister für innerbetriebliche Logistiklösungen.     
Bis Ende September wird der Rohbau des Bürotrakts noch auf insgesamt fünf Geschoße anwachsen. © Felbermayr/Lackner

Bereits Mitte November des Vorjahres fand der Spatenstich statt. Mit einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern werden die beiden Fertigungshallen, inklusive Showroom und Büroräumlichkeiten, eine Fläche, doppelt so groß wie der Markusplatz in Venedig, einnehmen. Nach der Fertigstellung Mitte 2018 wird das Industrieobjekt rund 700 modernst ausgestattete Büro- und Fertigungsarbeitsplätze bieten.

Erdbau

„Die verbaute Fläche beträgt etwa 18.000 Quadratmeter“, sagt Bauleiter Gerhard Schelmbauer. Folgedessen waren auch die Dimensionen für die Humus- und Erdarbeiten beeindruckend. So wurden mit 5.700 Quadratmeter Erdmaterial über fünf Meter hohe Erdwälle als Sicht- und Lärmschutzmaßnahme für die Anrainer errichtet. Für die 1.500 Quadratmeter Kellerfläche seien noch einmal rund 6.500 Kubikmeter Material gebaggert worden. „Dieses Erdreich wurde abtransportiert und baustellenbezogen für Aufschüttungen wiederverwertet“, fügt Schelmbauer hinzu.

Bodenverbesserung mit Rütteldruckpfählen

Um den Boden ausreichend tragfähig zu machen, wurden 1.262 Rütteldruckpfähle mit insgesamt 3.000 Laufmetern erreichtet. „Bei diesem Verfahren werden mit dem Einsatz eines Tiefenrüttlers durch Vibrationen die Reibungskräfte kurzfristig aufgehoben und der Boden verdichtet. Das dadurch reduzierte Volumen wird zeitgleich durch die Zugabe von Schottermaterial wieder zugeführt“, erklärt Schelmbauer die Maßnahme zur statischen Verbesserung des Baugrunds.

Insgesamt werden für das Megaprojekt etwa 10.000 Kubikmeter Ortbeton benötigt. Bei einem Ladevolumen von 7,5 Kubikmetern pro Mischwagen entspricht das etwa 1.300 Mischwägen. Auch die für die Stahlbetonarbeiten benötigte Bewehrung mit etwa 1.000 Tonnen ist beeindruckend. „Das entspricht etwa 50 Lkw-Ladungen“, vergleicht Schelmbauer und setzt fort, dass es aufgrund der zahlreichen Höhensprünge sehr fordernd gewesen sei, die Kellerdecke zu betonieren. Problemstellungen in noch ganz anderen Dimensionen waren aber mit der Errichtung des ersten Obergeschoßes vorgegeben. Dazu Schelmbauer: „Das Obergeschoß kragt auf allen Seiten einige Meter aus, dabei ist es aber bis zu neun Meter hoch. Somit waren auch 17 Betonsäulen mit rund zehn Metern Höhe zu errichten. Um die auch am oberen Ende noch nahezu millimetergenau ins Lot zu bekommen, arbeiteten wir mit Spanngurten.“ Aber auch das Errichten der Schalung in neun Metern Höhe hatte seine Tücken. So kamen dafür spezielle Gerüsttürme zum Einsatz, denn mit herkömmlichen Deckenstehern sei das nicht mehr machbar gewesen. Doch Ende Juni war auch diese Herausforderung von den Mitarbeitern des Felbermayr-Hochbaus erfolgreich bewältigt und darauf aufbauend konnten weitere vier Geschoße mit jeweils rund 2.500 Quadratmetern errichtet werden. Alles in allem waren dafür zeitgleich einige Tausend Deckensteher im Einsatz, erläutert Schelmbauer den technisch anspruchsvollen Bau, der mitunter auch zur Materialschlacht wurde.

Für die Errichtung von Vormontage- und Fertigungshalle mit insgesamt 13.000 Quadratmetern sowie dem 1.800 Quadratmeter großen Showroom für Präsentationszwecke wurden 220 Stützenfundamente errichtet. Diese waren rund sechs Quadratmeter groß und verschlangen etwa 700 Kubikmeter Beton sowie 50 Tonnen Bewehrung. Die Hallen werden aus Betonfertigteilen errichtet. Für die Wände kommen vorgefertigte Sandwichelemente mit Innendämmung sowie Fassadenpaneele zum Einsatz.        

Zwölf Kilometer Leitungsbau

Die großzügige technische Ausstattung des Objekts und die Dimensionen spiegeln sich auch in den Leitungen für Elektrik, Kanal und Drainage wider: „Wir haben mitunter Künetten mit insgesamt 28 Rohren“, schildert Schelmbauer und schätzt, dass aufgrund der steigenden Anforderungen an die Haustechnik die ursprünglich veranschlagte Leitungslänge von 8.500 Metern auf 12.000 Meter steigen wird.

Mit dazu gehört auch die Versickerungsstrecke für die Dachentwässerung. „Dazu werden wir bis zur Fertigstellung etwa 300 Laufmeter Drainagerohre verlegen“, sagt Schelmbauer und erwähnt weiters, dass in die Versickerungsstrecke 14 Sickerschächte mit 2,5 Meter Durchmesser und 3,5 Meter Höhe eingebunden sind.

„Wir werden es schaffen und die Baumeisterarbeiten bis Ende September fertiggestellt haben“, zeigt sich Schelmbauer trotz des immens knappen Zeitplans zuversichtlich und freut sich über den zügigen Baufortschritt durch seine Bauarbeiter auf der Baustelle.

Autor

Markus Lackner

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19.08.2017