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„Schwerarbeit“ für Weizenstärkefabrik

14.02.2019 | Im Zuge der Erweiterung einer Weizenstärkefabrik im niederösterreichischen Pischelsdorf waren im Februar auch Schwertransporte sowie der Einsatz von Gittermast- und Mobilkranen nötig. Für Umschlag und Fundamentstellung der bis zu 136 Tonnen schweren Behälter stellte Felbermayr vier Krane. Die werksinternen Transporte wurden mit einem 13-achsigen Anhänger mit Kesselbrücke gemeistert.
Es mussten zahlreiche Stahlplatten gelegt werden, da sowohl Zugmaschine als auch Anhänger mit Kesselbrücke oftmals die befestigte Straße verlassen mussten, um die Kurven zu bewältigen. © Felbermayr/Lackner

Das Werk des international tätigen Stärkeproduzenten Agrana liegt direkt an der Donau in Pischelsdorf. So war es auch mit verhältnismäßig geringem Aufwand möglich, die vier benötigten Behälter via Donau von Bulgarien zur Fabrik in Pischelsdorf zu transportieren. Dort angekommen trennten nur noch wenige Hundert Meter die vier bis zu 136 Tonnen schweren Behälter vom Zielort im Werk.

Tandemhub für Stahlbehälter

Für das Löschen des Schiffes kamen zwei Autokrane mit maximalen Traglasten von 750 und 400 Tonnen zum Einsatz. „Aufgrund des geringen Platzangebotes war es schwierig, die beiden Krane optimal zu positionieren“, sagt Niedermair-Auer und setzt fort: „Klar war allerdings, dass das Transportfahrzeug hinter den Kranen stehen musste, sonst wäre die Ausladung der Kranausleger zu weit geworden.“ Somit mussten die Krane die Behälter nach dem Hochheben vom Schiffsdeck zwischen den beiden Kranen durchgeführen, bevor sie auf der anderen Seite auf dem Tieflader abgelegt werden konnten. Dafür benötige es ein sehr gefühlvolles Führen der Last seitens der Kranfahrer, weiß Niedermair-Auer und freut sich noch im nach hinein über das eingespielte Team vor Ort: „Da wird möglich gemacht, was möglich ist.“ Somit gelang es trotz schwieriger Rahmenbedingungen, nach und nach, alle vier Komponenten präzise auf den Tieflader mit Kesselbrücke abzuladen.

Transportroute mit kritischen Stellen 

Im Anschluss an die Ladungssicherung folgten die Transporte zum nur wenige Hundert Meter entfernten Zielort. Das erforderte jedoch mindestens genauso viel Vorarbeit wie die Kranstudie. Das Problem: Zahlreiche Rohrbrücken, enge Kurvenradien und teils unbefestigte Abschnitte erschwerten den Transport. „Wir mussten intensiv planen, um das hinzubekommen“, sagt Peter Niedermair-Auer von der Felbermayr-Projektabteilung. Vor allem die beiden 30 Meter langen und 5,1 Meter hohen Fallfilmverdampfer mit jeweils 136 Tonnen beschäftigten die Techniker bei der Routenplanung. „Zusammen mit der Sattelzugmaschine erreichte der Transport eine Länge von 42 Metern und eine Höhe von 5,85 Metern“, beschreibt Niedermair-Auer die Transportabmessungen. Eine Besichtigung vor Ort ergab eine Rohrbrücke mit einer lichten Höhe von nur 5,9 Metern, also nur fünf Zentimeter Differenz zur Transporthöhe. Damit war klar, es wird knapp. „Für solche Fälle setzen wir, bei Bedarf,  ergänzend zur Vor-Ort-Besichtigung ein Programm zur Routenplanung ein“, sagt Niedermair-Auer und erklärt: „Damit ist es möglich, vorab konkrete Streckenprofile zu entwerfen und kritische Lichtraumprofile mit einer dreidimensionalen Simulation zu veranschaulichen.“ In diesem Fall mussten aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse noch zahlreiche Stahlplatten gelegt werden, da sowohl Zugmaschine als auch Anhänger mit Kesselbrücke oftmals die befestigte Straße verlassen mussten, um die Kurven zu bewältigen.

Finale Kranung

Nachdem der Erste der beiden sogenannten Fallfilmverdampfer neben dem neu errichteten Fundament angekommen war, wurde er zunächst mit zwei bereits aufgebauten Kranen abgeladen und am Boden abgestellt. Das erfolgte mitsamt der insgesamt fünf Transportsättel, mit denen er bereits mit dem Binnenschiff angekommen war. Zum Einsatz kamen dafür ein Gittermastkran, mit der Bezeichnung LG 1750 vom Kranhersteller Liebherr sowie ein  GMK 5250L Grove-Teleskopkran.  

Für die Fundamentstellung musste der 30 Meter lange Behälter von der Horizontalen in die Vertikale aufgedreht werden. Dafür wurde die Hakenflasche des Gittermastkrans am späteren oberen Ende des Behälters angeschlagen und die des Autokrans mit teleskopierbarem Ausleger am unteren Ende. „Für den eigentlichen Hub gingen zunächst beide Krane mit den Seilen auf Spannung und hoben den Behälter etwa 50 Zentimeter an. Anschließend krante der Gittermastkran so lange bis der Stahlkoloss in der Vertikalen war. Jetzt konnte der Haken des Nachführkrans abgeschlagen werden. Anschließend schwenkte der Hauptkran die Last im Alleingang über das Fundament und setzte sie millimetergenau ab. Somit war der erste Fallfilmverdampfer erfolgreich eingehoben. Tags darauf folgte der Transport des zweiten mit anschließender Fundamentstellung. Die beiden kleineren, als Separatoren bezeichneten Behälter, wurden zuletzt transportiert, aber noch nicht eingehoben. Das erfolge zu einem späteren Zeitpunkt“, berichtet Niedermair-Auer. Aufgrund des mit 40 Tonnen wesentlich geringeren Gewichts und einer Länge von nur etwas mehr als zehn Metern können diese Hubarbeiten aber mit nur einem Kran durchgeführt werden. Die Werkserweiterung soll bis Ende 2019 in Betrieb gehen. Ein positiver Nebeneffekt zur Verdoppelung der Weizenstärkekapazität sei das Entstehen von 45 neuen Arbeitsplätzen am Standort Pischelsdorf, heißt es seitens Agrana.     

Autor

Markus Lackner

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© Felbermayr Holding GmbH · Machstraße 7 · A-4600 Wels · www.felbermayr.cc
19.04.2019