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Steinschlagschutz für „Urfahrwänd“

08.05.2015 | Hervorgerufen durch starke Temperaturschwankungen kam es im Bereich der „Urfahrwänd“ bei Linz Mitte März zu einem Steinschlag. Dabei lösten sich zahlreiche kopfgroße Felsbrocken, die über den Radweg bis auf die vielbefahrene Bundesstraße stürzten. Tags darauf begann der Felbermayr-Spezialtiefbau mit umfangreichen Steinschlagschutzmaßnahmen.
Ein durch die Temperaturschwankungen ausgelöster Steinschlag erforderte die umgehende Errichtung zusätzlicher Steinschlagschutzzäune.

Bis zu 250 Meter ragen die „Urfahrwänd“ über die Donau. Über Jahrmillionen hat sich hier der Fluss immer tiefer in die sogenannte moldanubische Tafel eingeschnitten. Dadurch ergaben sich teils steile Schrofen und Wandabbrüche, welche den Verkehr auf Bundesstraße und Radweg gefährden. Deshalb wurden schon in der Vergangenheit im Auftrag der Straßenmeisterei Ottensheim umfangreiche Felssicherungsarbeiten an diesem hochfrequentierten Verkehrsweg durchgeführt. Diesmal sei es aufgrund der Wechselwirkung von Frost und Tauwetter zu den kaum vorhersehbaren Gesteinsablösungen gekommen, weiß Felbermayr-Bauleiter Maximilian Amenitsch zu berichten: „Wir waren gleich am Tag nach dem Ereignis vor Ort und haben in einer Höhe von etwa 120 Metern die Felsberäumung durchgeführt. Dadurch konnte eine weitere Entfestigung von Gestein weitgehend ausgeschlossen werden und die Totalsperre der Bundesstraße wurde aufgehoben.“

 

Im Zuge der Befundaufnahme durch einen Geologen wurde allerdings eine weitere Felsformation lokalisiert, die ihre Standsicherheit verlieren könnte. Deshalb war es nötig, weitere Steinschlagschutzzäune zu errichten. Art und Umfang der Maßnahmen wurden bei einem Lokalaugenschein zusammen mit einem Sachverständigen definiert. Insgesamt waren etwa 100 Laufmeter Steinschlagschutzzaun zu errichten. Die Arbeiten haben mit dem setzen der Anker für die Montage der Stützen begonnen. „Insgesamt haben wir etwa 70 Anker gesetzt“, sagt Amenitsch und erklärt, dass die Anker bis zu sechs Meter in den Fels reichen. Das sei auch nötig, denn schließlich müsse der vier Meter hohe Steinschlagschutzzaun einer Energieaufnahme von 1.000 Kilojoule standhalten können. „Das entspricht der Energie eines Oberklassewagens (3,0 to) der mit 90 Km/h in den Zaun fährt“, vergleicht Amenitsch auf beeindruckende Weise. Für die Montage der Stützen und Zäune assistierte ein Mobilkran von der Felbermayr-Niederlassung in Linz. Anders wären die bis zu 250 Kilogramm schweren Stützen und Netze kaum im Fels zu montieren gewesen. „Die Arbeit in der Wand ist so schon schwierig genug. Das braucht 100%ige Konzentration auf die fachgerechte Ausführung und sicherheitstechnische Aspekte, denn ein falscher Tritt und du bist weg“, respektiert Amenitsch die Leistung seiner Mitarbeiter im felsigen Gelände.

 

Besondere Vorsichtsmaßnahmen ergaben sich auch durch ein Verkehrsaufkommen von rund 24.000 Kraftfahrzeugen pro Tag, welche die Baustelle passieren. Um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen, wurde die Bundesstraße während größerer maschinentechnischer Einsätze wechselseitig angehalten. Vorbildlich war auch das Verständnis der Verkehrsteilnehmer. „Im Großen und Ganzen hat das gut funktioniert, da soll man es auch einem Autofahrer nicht krumm nehmen, wenn er aus Zeitgründen mit dem Pkw über die Fußgeherunterführung abkürzen möchte“, stellt Amenitsch humorvoll fest und freut sich über die Anfang Mai erfolgreich beendete Baustelle.

Autor

Markus Lackner

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19.04.2019