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Kein Zaudern in Zederhaus

 

01/08/2016 | Auf Hochtouren und voll im Zeitplan sind die Arbeiten zur Einhausung der Tauern Autobahn im Bereich Zederhaus. Bis 2017 sollen die Felbermayr-Tiefbauspezialisten ihren Beitrag zur Lärmentlastung für 1.200 Anrainer fertiggestellt haben. Auftraggeber für die Einhausung des 1.545 Meter langen Teilstücks ist der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag.

„Im August 2013 haben wir mit der Errichtung von drei Brückentragwerken und der Verbreiterung der Autobahn begonnen“, nennt Felbermayr-Bauleiter Thomas Schrodis erste Arbeiten zur Umwelt-und Lärmentlastung in der Salzburger Gemeinde Zederhaus. Das war nötig, um Durchlässe für den Zederhausbach zuschaffen und um zu gewährleisten, dass immer zwei Fahrstreifen in Richtung Villach und Salzburg verfügbar sind. In weiterer Folge wurden bestehende Durchlassbauwerke abgebrochen und mit der Errichtung der Tunnelröhre in Fahrtrichtung Villach begonnen. Schlussendlich wird die Autobahn auf einem etwa 1.545 Meter langen Teilstück eingehaust. Etwa 900 Meter davon werden weiters um bis zu 15 Meter von der Ortschaft Zederhaus wegverlegt und um bis zu zwei Meter eingetieft.

Brandhemmender Fahrbahnbelag

Die Arbeiten für die 1.545 Meter lange Einhausung begannen mit der Herstellung des Erdplanums für die Tunnelröhre in Fahrtrichtung Villach. „Darauf kamen etwa 50 Zentimeter Frostkoffer und dann die Betondeckschicht mit dem Fahrbelag aus Beton“, nennt Schrodis Details und verweist auf die Tatsache, dass in Tunnelsaufgrund der Brandgefahr generell kein Asphalt für die Fahrbahnerrichtung zum Einsatz kommt. Im Falle Zederhaus gelte das auch für 100 Meter vor und nach der Einhausung.

Brillenprofil für Einhausung

Im August 2015 waren die Rohbauarbeiten in der ersten Tunnelröhre planmäßig abgeschlossen. Es folgte der Endausbau mit allgemeiner elektrotechnischer Ausrüstung wie beispielsweise Beleuchtung und Belüftung. Im Dezember 2015 waren auch diese Arbeiten abgeschlossen und die Tunnelröhre wurde für den Verkehr freigegeben – der Verkehr wurde umgestellt und es konnte mit der Errichtung der zweiten Röhre begonnen werden. „Damit sind wir voll im Zeitplan“, freut sich Schrodis. Und das, obwohl auf etwa 50 Prozent der Fahrbahn mitunter unvorhergesehene Tief- und Flachgründungen zur Bodenverbesserung notwendig waren. Die zweite Röhre konnte im August 2016 fertiggestellt werden. Im Anschluss folgen die Herstellung des Fahrbahnbelags und die feuerfeste Beschichtung der Innenwände. Parallel dazu sind auch Abdichtungsmaßnahmen im Gange. Dazu Schrodis: „Dafür verwenden wir sogenannte Bentonitmatten. Diese werden direkt auf der Betonfläche der Einhausung verlegt. Darüber kommt eine in Bahnen verlegte Kunststoffabdichtung, die anschließend verschweißt wird.“Diese Arbeiten sollen bis Oktober fertiggestellt sein. Dann folgt wieder die Installation von Betriebs- und Sicherheitsausrüstung. „Ende Februar beginnen wir mit der Einschüttung und Begrünung der Einhausung. Das dafür erforderliche Material stammt vom Ausbruch der zweiten Tunnelröhre des Tauerntunnels. Insgesamt werden dafür rund 220.000 Kubikmeter Erdmaterial nötig sein. „Das entspricht etwa dem Ladevolumen von 20.000 Erdbaumulden. Würde man diese Fahrzeuge aneinanderreihen, ergebe das eine Strecke von etwa 220 Kilometern. Zuletzt werden auch noch etwa 400 Laufmeter Lärmschutzwände vor und nach der Einhausung errichtet. Die Freigabe der gesamten Umweltentlastungsmaßnahme Zederhaus soll bis Sommer 2017 folgen.

Größte Umweltentlastungsmaßnahme

Die Einhausung Zederhaus ist ein Teilprojekt, das im Jahr 2004 zwischen Asfinag, Bund und Ländern vereinbart wurde. Ziel dieses gemeinsamen Vorhabens ist die Realisierung von Umweltentlastungsmaßnahmen an der A10 Tauern Autobahn zwischen Hüttau in Salzburg und Lieserhofen in Kärnten. Das Projekt ist die größte Umweltentlastungsmaßnahme an der Tauern Autobahn in Salzburg. Für die Gemeinde Zederhaus, mit ihren rund 1.200 Einwohnern, bedeutet die Realisierungdes Projektes deutlich mehr Lebensqualität durch eine Verringerung der Lärmemissionen und einen Zugewinn an Fläche durch die Einschüttung.

Markus Lackner

m.lackner@­felbermayr.cc
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