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Großbaustelle an der Mur

 

17/11/2014 | Vom Felbermayr-Bereich Ingenieurtiefbau wird derzeit an der steirischen Mur ein Kraftwerk mit rund 10 Megawatt Leistung errichtet. Begonnen haben die Arbeiten im Herbst 2013. Bis Mitte 2015 soll es fertiggestellt sein und damit ein bestehendes Kraftwerk aus dem Jahr 1925 ablösen.

„Wir sind perfekt im Zeitplan“, freut sich Bauleiter Bernhard Mitis von der Niederlassung Salzburg. Nach einem Jahr Bauzeit waren im September 2014 etwa 120.000 Kubikmeter Material für die 20 Meter tiefe Baugrube entnommen und das Krafthaus sowie die Wehranlage weitgehend fertiggestellt. Für die dazugehörigen Betonbauarbeiten werden etwa 25.000 Kubikmeter Ortbeton verarbeitet. „Das entspricht dem Volumen von rund 3.100 Mischwägen“, sagt Mitis und verdeutlicht damit die nahezu unvorstellbare Menge.

BaugrubenumschließungDa die Bauarbeiten in einer trockenen Baugrube, aber etwa zwölf Meter unter dem Wasserspiegel der Mur stattfinden, war eine sorgfältige Baugrubenumschließung unabdingbare Voraussetzung für diesen zügigen Baufortschritt. „Das wurde mittels Spund- und Schmalwänden sowie einer geankerten Bohrpfahlwand sichergestellt“, erzählt Mitis über den Beginn der Bauarbeiten. Somit dringt kaum Grundwasser in die Baugrube ein. Eine Pumpleistung von etwa zehn Liter pro Sekunde sei nach Aussage des Bauleiters völlig ausreichend, um das einsickernde Grundwasser in die Mur zu leiten.

Rascher Baufortschritt

Ende August waren das Krafthaus sowie die drei Wehrfelder im Wesentlichen fertiggestellt. Jetzt konnten der Turbinenhersteller Andritz und das Stahlwasserbauunternehmen Künz mit den Vorarbeiten zur Montage der beiden Turbinen sowie dem Einbau der Wehrklappen beginnen. Teile der Stahlkomponenten wurden übrigens in der Lager- und Montagehalle der Felbermayr-Niederlassung Graz vormontiert, anschließend per Tiefl ader auf die Baustelle transportiert und eingehoben. Der Einbau der Turbinen wird Anfang 2015 folgen. „Parallel dazu werden wir die Flügel- und Ufermauern sowie eine Fischaufstiegshilfe realisieren“, erklärt Mitis den ehrgeizigen Zeitplan. Etwa zur selben Zeit wird dann die Mur umgeleitet und das Wasser mit rund 110 Kubikmetern pro Sekunde erstmals durch die Wehrfelder strömen. Das Krafthaus bleibt aber bis zur Beendigung des Stahlwasserbaus und der Fertigstellung elektrischer Komponenten noch abgeschottet. „Abschließend werden wir dann noch Geländeprofilierungen und allgemeine ökologische Begleitmaßnahmen durchführen“, finalisiert Mitis. Bis dann der erste Strom fließt, werden noch einige Monate vergehen. Mitte 2015 soll es aber dann soweit sein – dann wird die Rotation von zwei Kaplan-Turbinen eine Leistung von fast zehn Megawatt hervorbringen. Mit der erzeugten Strommenge kann der Jahresstrombedarf von etwa 16.000 Haushalten sichergestellt werden.

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