Schwertransport für Energiespeicherung Slider

Schwertransport für Energiespeicherung

 

28/04/2021 | Bau-Trans hat Mitte April zwei Wärmespeichertanks von einem Industriebehälterhersteller in Bayern zu einem Kraftwerk nach Zürich transportiert. Dafür waren gleichzeitig zwei Hubhebelbrücken im Einsatz. Für die Beladung des Schwerguts auf die Transporter stellte Wimmer Maschinentransporte einen 350-Tonnen-Mobilkran.

„Die Herausforderung dieses Spezialtransports war die Streckenfindung, berichtet Transportleiter Markus Meusburger. Sechs Monate haben die Mitarbeiter des Transport- und Hebetechnik-Unternehmens in Lauterach an der Entwicklung der effizientesten Transportroute getüftelt. Nachdem schließlich die Vorbereitungen abgeschlossen waren, starteten die Hebetechnik-Spezialisten von Wimmer Maschinentransporte am Werksgelände des Industriebehälterherstellers Anfang April mit dem Verladen der Wärmespeichertanks mittels eines 350-Tonnen-Mobilkrans auf die beiden Transporter. Für den Schwertransport wurde das Ladegut anschließend ausreichend gesichert. Mit einer Länge von 65 Metern, einer Breite von knapp fünf Metern und einem Gesamtgewicht von etwa 220 Tonnen startete die länderübergreifende Reise der Wärmespeichertanks im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Die erfahrenen Mitarbeiter der Bau-Trans-Projektabteilung entschieden sich außerdem für den Einsatz zweier Hubhebelbrücken. Die Verwendung dieses Schwertransportequipments vereinfacht und ermöglicht das Passieren von Hürden wie Kreisverkehren, Leitplanken oder Ähnlichem, da die Ladung damit angehoben und so über die Hindernisse geführt werden kann.

Abstecher mit Schwertransport

Die Planung der Transportroute beschäftige das Schwertransport-Team sechs Monate, da sich der Transportweg von Rain am Lech über Nürnberg und Frankfurt am Main auf etwa 850 Kilometer ausdehnte, obwohl die direkte Strecke zwischen Start und Entladestelle in Zürich nur etwa 350 Kilometer betragen hätte – denn mussten Brücken umfahren, Autobahnen teilweise wieder verlassen und Verkehrszeichen sowie Lichtzeichenanlagen demontiert werden. „Wir mussten etliche Brücken durch einen Statiker prüfen lassen. Zwei davon mussten wir sogar umfahren, da die Überfahrten aufgrund des enormen Gesamtgewichts der Transporter trotz genauer Berechnungen nicht möglich gewesen wären. Diese Umfahrungen wirken sich sodann wesentlich auf die Streckenlänge aus“, kommentiert Meusburger. Die Umfahrung der Autobahnbrücke auf der A3 in Erlangen war nur die Vorbereitung auf die nächste Herausforderung. Um mit den abenteuerlichen Abmessungen der Spezialtransporter die Stadt passieren zu können, musste etwa ein Kilometer rückwärtsgefahren werden. So konnte die aufwendige Demontage von Ampelanlagen und Leitplanken vermieden werden. Anschließend wurden einige Kilometer auf der Autobahn absolviert und so Zeit aufgeholt. Auf Höhe Lörrach musste die Kolonne diese jedoch wieder verlassen, um eine weitere Brücke zu umfahren, welche für das Gesamttransportgewicht von 220 Tonnen nicht zugelassen war.

Hubhebelbrücken im Einsatz für Schwertransport

Für die erfolgreiche und rasche Lieferung konnte mit der Fahrzeugtechnik der Hubhebelbrücke gepunktet werden. Dank der dadurch niedrigeren Transporthöhe konnte ein Teil der Strecke in der Schweiz auf der Autobahn gefahren werden, was die Durchführung erheblich beschleunigte und Verkehr sowie Infrastruktur kaum behinderte. Die Zufahrt in Zürich stellte sich abschließend jedoch wieder als Herausforderung heraus – für den letzten Streckenabschnitt mussten einige Ampelanlagen abgebaut und zahlreiche Schilder, Betonpfosten, Fahrbahnteiler und Verkehrszeichen demontiert werden.

Nach fünf Transportnächten hat schließlich die gesamte Kolonne das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz erreicht und die Wärmespeichertanks konnten eingehoben werden. Mitte April wurde der Einbau der Speicherbehälter finalisiert, um so die Leistungsspitzen abzufangen und die fossile Energie einzusparen. Die gewonnene Energie wird nun nicht mehr kontinuierlich im Raum Zürich verteilt, sondern kann in Zeiten niedriger Wärmelast in den Wärmespeichertanks gespeichert werden.

Gabriela Mayer

g.mayer@­felbermayr.cc
Zurück