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80 Jahre Felbermayr

 

10. October 2022 | Markus Lackner

In nur drei Generationen entwickelte sich das Welser Familienunternehmen zu einem international bedeutenden Schwergutunternehmen, das auch im Bauwesen über die Landesgrenzen hinaus eine rasante Entwicklung gemacht hat. Am Donnerstag feierte das Unternehmen zusammen mit rund 500 Gästen das 80-jährige Bestehen mit einer würdigen Feier in der im Juni 2021 bezogenen Firmenzentrale in Wels-Oberthan.

Üblicherweise werden in der rund 2.000 Quadratmeter großen Umbauhalle Fahrzeugkonfigurationen für mehrere Hundert Tonnen schwere Industriekomponenten zusammengeschraubt. Für das Firmenjubiläum bot sie einen in doppeltem Sinn großartigen Rahmen.

Firmenchef Horst Felbermayr leitet das Familienunternehmen in dritter Generation, hat es väterlicherseits übernommen und somit schon als Kind wachsen gesehen und über viele Jahre mit seinem Vater gestaltet: „Die DNA ist in mir – wir leben das weiter, was meine Eltern aufgebaut haben“, sagt der heute 51-jährige CEO der Felbermayr Holding, welcher zusammen mit seiner Frau Andrea und Alfred Feldbauer als kaufmännischer Geschäftsführer die Holding leitet und stolz ist auf die Leistung seiner Mitarbeiter: „Um diese großen Aufgaben und die rasante Entwicklung meistern zu können, stemmen unsere Mitarbeiter große Herausforderungen“. Somit könne der Weg des Erfolgs fortgesetzt werden, ist der Unternehmer überzeugt.

Chefin Andrea Felbermayr verantwortet ergänzend zu Rechnungswesen und Bilanzierung die Personalagenden: „Die Zeiten sind fordernd, allein in Österreich haben wir derzeit mehr als 100 vakante Positionen.“ Durch zahlreiche Maßnahmen wie eine Kinderbetreuung und einem attraktiven Fortbildungsangebot sowie einer allgemeinen Attraktivierung der Arbeitsplätze begegne man aber den Herausforderungen in optimaler Weise.

Feldbauer sieht als größte Herausforderung die Organisation mit dem Wachstum „mitwachsen“ zu lassen. „Wir sind stets darauf bedacht die Organisation nicht zu überdehnen, dafür bedarf es ergänzend zur effizienten Personalentwicklung auch einer durchgängigen Digitalisierung, um die Prozesse effizient zu gestalten.“ Wesentlich sei es laut Feldbauer auch, die Unterschiede der einzelnen Unternehmenseinheiten als Stärke zu begreifen. „Das bringt Vielfalt und fördert die prosperierende Entwicklung“, ist der 60-Jährige überzeugt.     

Das Geschäftsfeld Transport- und Hebetechnik wird durch eine Dreierspitze mit Wolfgang Schellerer, Peter Stöttinger und Christoph Nüssler geleitet. Die Verantwortung für das Geschäftsfeld Bau haben Stefan Hielle als technischer Geschäftsführer und Dietmar Rosenberger für kaufmännische Belange.

Größe durch trimodalen Verkehr

Schellerer ist seit mehr als 40 Jahren bei Felbermayr und hat zusammen mit dem 2020 verstorbenen Seniorchef und Anfangs rund 100 Mitarbeitern den Schwertransportbereich maßgeblich mitgestaltet: „Wir haben bereits Ende der 80er-Jahre die Vision der drei Verkehrswege gehabt“, berichtet Schellerer. Diese habe sich dann nach der Aufnahme des Verkehrsträgers Schiene 1994 und mit dem Kauf des Schwerlasthafens von der damaligen Vöest 1996 bestens entwickelt. „Somit können unsere Kunden heute mit zeitgemäßer Nachhaltigkeit bedient werden“, argumentiert Schellerer mit dem Hinweis auf umweltfreundliche Verkehrsträger wie Wasser und Schiene.  

Ebenfalls zum Angebot gehören die Felbermayr-Kranvermietung mit europaweit rund 530 Kränen und die ebenfalls international ausgerichtete Arbeitsbühnenvermietung mit rund 3.800 Arbeitsbühnen und Staplern. Hinzukommen noch Schwermontage und Einbringung. „Damit sind wir in der Lage ganze Produktionsstraßen zu übersiedeln“, weiß Schellerer und argumentiert das mit Verweis auf technisches Know-how in Hydraulik und Elektrik.

Nischengeschäft im Bau

„Von unserer Kompetenz im Hoch-, Industrie- und Kraftwerksbau kann man sich bei Projekten wie dieser Firmenzentrale oder beim naheliegenden Kraftwerk Traunleithen überzeugen“, lässt Hielle die Gäste wissen. Den Wert des Felbermayr-Bauwesens sieht Hielle jedoch vorrangig im Nischenangebot: „Ergänzend zu allgemeinen Bauleistungen im Hoch- und Tiefbau haben wir unsere Stärke vor allem im leichten hochalpinen Spezialtiefbau sowie mit der in Bayern ansässigen Firma Hagn auch in der Umwelttechnik. Diese entwickelt beispielsweise Lösungen für Kanalsanierungen und im Deponiebau.  

Doch auch der Wasserbau sei eine entscheidende Größe so Hielle: „Durch den Erwerb des bayerischen Wasser- und Schiffsbauunternehmens Domarin sind wir zu einem Big Player im Wasserbau geworden“. Ergänzend dazu sind lokal auch die Gewerke Pflasterungen mit der Firma West-Asphalt und Danner Landschaftsbau von besonderer Bedeutung. Mit dem Bereich Umwelt und Ressourcen habe man zudem das Baustoffrecycling und die Kies- und Schottergewinnung im Portfolio.

Goldenes Ehrenzeichen für Gisela Felbermayr

Als besondere Anerkennung der Leistungen für das Land Oberösterreich und das soziale Engagement überreichte Landeshauptmann Thomas Stelzer der Seniorchefin das Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich. Seiner Ansicht nach könne man viel lernen vom Unternehmen Felbermayr, denn es steht nie still und so sei auch die neue Firmenzentrale ein Symbol für das was das Unternehmen ausmache. „Es verdient großen Respekt diese internationale Firmengruppe noch immer als Familienunternehmen zu führen“, so Stelzer, darüber hinaus könne sich auch das gut aufgestellte Land Oberösterreich den „Blick nach vorne“ zum Beispiel nehmen.

Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl würdigte die Handschlagqualität der Entscheidungsträger, die auch eingehalten werde, wenn ein rauer Wind entgegenbläst. „Diese Fairness schafft Vertrauen“, sagt Rabl und sieht darin die Basis für die generationsübergreifende Aufbauarbeit.                

Top Arbeitgeberattraktivität in neuer Zentrale

Um motivierte Mitarbeiter zu behalten und neue in das Team zu holen, werden zusätzlich zu den Maßnahmen der HR-Abteilung auch die Arbeitsplätze und das Arbeitsumfeld optimiert, wie man am Standort in Wels-Oberthan feststellen kann. Dieses Fest war auch gleichzeitig die Eröffnungsfeier für die Unternehmenszentrale, in der das Arbeiten mit Freude und vielen Annehmlichkeiten verbunden ist. Das beginnt schon beim Parken in der Früh in der Tiefgarage, die sämtliche Gebäudeteile verbindet, die modern ausgestatteten Arbeitsplätze, das frisch zubereitete Mittagessen im Mitarbeiter-Restaurant und endet eventuell im Fitnessbereich. Um das Berufs- und Familienleben perfekt vereinbaren zu können, gibt es hier am Standort auch eine professionelle Kinderbetreuung.

Dafür und generell für die Standortentwicklungen verantwortlich ist die eigene Immobilien-Gesellschaft, welche von der Familie mit viel Herzblut und kompetenten Mitarbeitern geführt wird. Gemeinsam werden von Seniorchefin Gisela Felbermayr, Horst Felbermayr und seiner Schwester Elisabeth Felbermayr-Schierl die baulichen Maßnahmen entschieden und in enger Abstimmung mit den operativen Bereichen umgesetzt. Aktuell werden an fünf Standorten Neubauten und Erweiterungen geplant und gebaut und trotz widriger Rahmenbedingungen wird in die Zukunft des Unternehmens und der Mitarbeiter investiert.

Unverzichtbarer Bestandteil des „Lebenswerk Felbermayr“ in dritter Generation sind auch die Lieferanten und Kunden, welchen die Jubiläumsfeiern ebenso gewidmet waren wie den rund 3.000 Mitarbeitern.

An 77 Standorten in 19 Ländern Europas erwirtschaften die Mitarbeiter einen Jahresumsatz von rund 600 Millionen Euro.

Das eigens gestaltete Mitarbeiterfest in der Firmenzentrale konnte am Samstag bei herrlichem Herbstwetter stattfinden. Die etwa 850 Teilnehmer aus Oberösterreich genossen das kulinarische und unterhaltsame Angebot in fröhlicher Atmosphäre. Gleichzeitig gab es in allen anderen österreichischen und internationalen Niederlassungen Veranstaltungen und Feste für alle, die für Felbermayr tätig sind.